Pulse Vending

Telemetrie-Glossar: MDB, EVA-DTS, Audit und Co. einfach erklärt

Telemetrie am Verkaufsautomaten von A bis Z: MDB, Executive, EVA-DTS, DEX, Abrechnung, Offset, Ausfallzeit und mehr – kurz und verständlich erklärt.

Zuletzt aktualisiert am 24. September 2026

Wer Telemetrie am Automaten nutzt, stößt auf viele Fachbegriffe und Abkürzungen, in Portalen und Handbüchern oft auf Englisch. Dieses Glossar erklärt sie herstellerunabhängig. Wo es Besonderheiten bei Vendon, Nayax oder Televend gibt, sagen wir es dazu. Wie MDB-Bus, Pulse und Telemetrie grundsätzlich zusammenspielen, steht ausführlicher in MDB, Pulse und Telemetrie – Grundlagen. Allgemeine Vending-Begriffe findest du im Glossar.

Begriffe von A bis Z

Abrechnung (Encashment)

Die Geldentnahme aus dem Automaten, meist aus Kasse und Scheinkassette, während die Münztuben als Wechselgeld drinbleiben. Das Telemetrie-System zählt ab jeder Abrechnung neu. Bei Vendon registrierst du sie an der vBox2 mit der Funktionstaste (2×), in der App oder in der Cloud. Nach dem Einbau setzt eine erste Abrechnung den Nullpunkt. Weicht das gezählte Geld vom gemeldeten Betrag ab, trägst du die Differenz mit einer Notiz ein. Mehr dazu: Vendon: Abrechnung oder Nachfüllung fehlt.

Audit

Kurz für die Audit-Datei des Automaten, siehe EVA-DTS weiter unten.

Ausfallzeit (Downtime)

Ein Zeitraum, in dem ein Automat nicht verkaufen konnte oder nicht erreichbar war. Vendon unterscheidet vier Arten: keine Verbindung (GSM), kein Strom, gesperrt (der Automat läuft, verkauft aber nicht, etwa wegen eines gestörten Zahlungssystems) und Temperatur (nur mit Zusatzfühler). Bei der Art GSM kann der Automat trotzdem verkauft haben. Den entgangenen Umsatz schätzt Vendon aus den Verkäufen im selben Zeitraum des Vormonats. Beachte: Automaten, die beim Öffnen der Tür abschalten, erzeugen bei jedem Nachfüllen eine Ausfallzeit der Art Strom. Mehr dazu: Vendon vBox2 und Vendon Cloud: Häufige Fragen.

Auswahl und Fach (Selection)

Die Auswahl ist die Nummer, die der Automat bei einem Verkauf meldet, meist die Taste oder das Fach, bei Spiralautomaten also die Spirale. Im Portal ordnest du jeder Auswahl ein Produkt zu. Weicht die gemeldete Nummer von der Beschriftung ab, hilft der Offset. Mehr dazu: Vendon: Abrechnung oder Nachfüllung fehlt.

Bargeldlos (Cashless)

Zahlung per Karte, Smartphone, Wearable oder Guthabenmedium. Der MDB-Standard sieht Plätze für mehrere bargeldlose Geräte vor, deshalb unterscheiden Portale oft „Bargeldlos 1" und „Bargeldlos 2" (Cashless #1, #2). Viele Kartenterminals bringen ihre eigene Telemetrie mit, etwa die Nayax-Geräte. Mehr dazu: Kartenterminals im Vergleich und Nayax-Portal und MoMa-App.

BDV

Ein älteres serielles Protokoll zur Anbindung von Zahlungssystemen, das neben Executive in älteren Automaten vorkommt. Die vBox2 kann es lesen, ihre Anleitung führt es als „CCI/CSI BDV", und es gibt dafür eine eigene Variante des C1-Kabels. Welche Schnittstelle dein Automat hat, steht in seiner Anleitung. Mehr dazu: Vendon vBox2 anschließen und in Betrieb nehmen.

DEX und DDCMP

Zwei Übertragungsverfahren, mit denen eine Telemetriebox oder ein Handgerät die Audit-Datei aus dem Automaten liest. Der Inhalt folgt in beiden Fällen dem EVA-DTS-Standard. Umgangssprachlich steht „DEX" oft für die Audit-Daten selbst. Die vBox2 beherrscht laut Anleitung DEX, DDCMP und MDB FTL. DEX und DDCMP laufen über das Audit-Kabel an C2, das es mit Klinkenstecker sowie mit 9- oder 15-poligem Sub-D-Stecker oder -Buchse gibt. MDB FTL ist dagegen eine Dateiübertragung über den MDB-Bus selbst. Welches Verfahren dein Automat nutzt, steht in seiner Anleitung.

Ereignis und Alarm (Event, Alert)

Ein Ereignis ist eine Meldung von Automat oder Telemetriebox mit einem Code, etwa „kein Wechselgeld" oder „Box offline". Ein Alarm ist die Benachrichtigung, die aus einem Ereignis eine E-Mail oder Push-Nachricht macht. Bei Vendon sind Ereignisse informativ, aktiv oder gelöst und tragen Kategorien. Alarme gehen an Mitarbeiter, und zwar nur in deren Arbeitszeit. Mehr dazu: Vendon-Fehlercodes und Vendon Cloud bedienen.

Escrow (Zwischenhaltung)

Beim Scheinleser: Der geprüfte Schein wird zunächst festgehalten; die Steuerung entscheidet dann, ob er in die Kassette kommt oder zurückgegeben wird. Beim Münzwechsler heißt der Rückgabehebel im MDB-Standard Escrow-Hebel. Meldungen wie ENU_07 oder VMM_09 beziehen sich darauf. Mehr dazu: Vendon-Fehlercodes.

EVA-DTS (Audit)

Kurz für European Vending Association Data Transfer Standard: eine genormte Datei, in der der Automat seine Zähler festhält. Sie enthält unter anderem Verkäufe und Preise je Auswahl, das Geld in Kasse, Scheinkassette und Münztuben sowie Ereignisse und Fehler, jeweils in Zeilen mit Kürzeln wie PA (Produkte) oder EA (Ereignisse). Telemetrieboxen lesen die Datei regelmäßig aus, die vBox2 im Standardmodus einmal täglich zwischen etwa 23 und 1 Uhr. Bei Vendon hängen im Standardmodus Abrechnung und Nachfüllung an einem gültigen Audit. Mehr dazu: Vendon: Abrechnung oder Nachfüllung fehlt.

Executive

Ein älteres serielles Protokoll, das vor MDB verbreitet war und in vielen Altgeräten steckt. Anders als bei MDB führt hier das Zahlungssystem, meist der Münzwechsler, den Zahlvorgang. Laut Vendon liefert bei Executive-Automaten auch der Münzwechsler die Audit-Daten. Die vBox2 unterstützt Executive, laut Anleitung auch im Master-Betrieb (Executive/BDV Master). Mehr dazu: Televend Box (mit Hinweisen zu Executive-Automaten) und Sielaff-Automaten.

Freiverkauf (Free vend)

Der Automat gibt Ware ohne Bezahlung aus, etwa bei Mitarbeiterverpflegung oder Veranstaltungen. Telemetrie-Portale zählen solche Verkäufe getrennt. Bei Vendon gibt es dazu die Einstellung Freiverkauf mit Preisen: Dann übernimmt die Cloud auch im Freiverkauf die Preise, die im Automaten eingestellt sind.

MDB (Multi-Drop Bus)

Der Standard-Datenbus im Automaten, über den Münzwechsler, Scheinleser, Kartenterminal und Altersprüfung mit der Steuerung sprechen. Geräte beherrschen den Standard in Ausbaustufen, den sogenannten Levels. Nach einem Vendon-Ereigniscode (VMM_04) zu urteilen, setzt der Master-Modus der vBox2 einen Münzwechsler mit Level 3 voraus. Mehr dazu: MDB, Pulse und Telemetrie – Grundlagen.

MDB Master (Master-Modus)

Eine Betriebsart, in der die Telemetriebox am MDB-Bus nicht nur mitliest, sondern den Bus zu den Zahlungsgeräten selbst führt. Sie zählt Verkäufe, Geld und Nachfüllungen dann selbst und braucht dafür das tägliche Audit nicht. Im Standardmodus liest die Box dagegen mit und bezieht Abrechnung und Nachfüllung aus dem Audit. Bei Vendon braucht der Master-Modus eine eigene, kostenpflichtige Lizenz und die passende Kabelvariante. Die Televend Box arbeitet grundsätzlich als Master. Mehr dazu: Vendon vBox2 im Überblick und Televend Box.

Münztuben, Kasse und Kassette

Die Münztuben sind Röhren im Münzwechsler, aus denen Wechselgeld ausgezahlt wird. Ihr Füllstand wird je Münzwert gezählt. In die Kasse fallen Münzen, die nicht mehr in die Tuben passen. Die Kassette (Stacker) nimmt beim Scheinleser die angenommenen Scheine auf. Bei Vendon stellst du je Tube einen kritischen Wert, einen Auffüllwert und einen Maximalwert ein und siehst daraus, wie viel sich nachfüllen lässt. Mehr dazu: CPI Gryphon Münzwechsler und ICT CC6100 Münzwechsler.

Nachfüllen (Refill)

Das Auffüllen der Ware. Damit die Cloud den Bestand kennt, registrierst du bei Vendon jede Nachfüllung: an der vBox2 mit der Funktionstaste (1×), in der App oder in der Cloud. Rückgängig machen lässt sich eine Nachfüllung bei Vendon nur unter bestimmten Bedingungen, unter anderem darf sie höchstens sieben Tage alt und muss die letzte sein. Mehr dazu: Vendon: Abrechnung oder Nachfüllung fehlt.

Offset und Multiplikator

Korrekturwerte für den Fall, dass der Automat andere Nummern oder Werte meldet, als im Portal hinterlegt sind. Der Offset wird zur gemeldeten Nummer addiert: Meldet der Automat für Taste 21 die Auswahl 1, ist der Offset 20. Der Multiplikator vervielfacht den gemeldeten Wert. Bei Vendon stellst du beide je Zahlungsgerät unter Peripheriegeräte ein. Die aktuelle Oberfläche erklärt den Multiplikator mit einem Preisbeispiel, das Vendon-Handbuch (Stand 2018) beschreibt ihn dagegen für Auswahlnummern. Prüfe die Wirkung deshalb immer mit einem Testverkauf. Mehr dazu: Vendon: Abrechnung oder Nachfüllung fehlt.

Peripheriegerät (Peripheral)

Jedes Gerät, das am Automaten hängt und mit der Steuerung spricht: Münzwechsler, Scheinleser, Kartenterminals, Altersprüfung oder ein Kommunikations-Gateway. An der vBox2 zeigt die orange LED, ob die Peripheriegeräte antworten. Mehr dazu: Vendon vBox2: LED-Anzeigen und Tastenfunktionen.

Planogramm (Planogram)

Der Belegungsplan: welches Produkt in welchem Fach liegt und wie viel hineinpasst. Bei Vendon lassen sich Planogramme importieren und auf andere Automaten kopieren. Mehr dazu: Vendon Cloud bedienen.

SIM und GSM

GSM ist genau genommen der Mobilfunkstandard der zweiten Generation (2G). In Portalen und Anleitungen steht es oft allgemein für die Mobilfunkverbindung einer Telemetriebox. Die SIM-Karte gehört bei Vendon, wie bei vielen anderen Anbietern, zum Vertrag, und dort ist auch das Datenvolumen geregelt. Die vBox2 funkt je nach Modem über 4G oder 2G; 3G ist in Deutschland abgeschaltet, und auch für 2G ist die Abschaltung angekündigt. Ist die SIM nicht aktiv, fließen keine Daten; das klärt der Anbieter. Mehr dazu: Vendon vBox2 offline.

Telemetrieeinheit (Telemetry unit)

Das Gerät, das Daten aus dem Automaten sammelt und per Mobilfunk oder LAN an ein Portal schickt. Es kann eine eigene Box sein wie die Vendon vBox2 oder die Televend Box, oder es steckt im Kartenterminal wie bei Nayax. Mehr dazu: Vendon vBox2 im Überblick, Televend Box und SENVEND UX700.

Testverkauf (Test vend)

Ein Verkauf zum Prüfen, meist aus dem Servicemenü des Automaten, der nicht als Umsatz zählen soll. Portale weisen Testverkäufe getrennt aus, im Vendon-Dashboard sind sie eine eigene Verkaufsart. Nicht verwechseln mit einem Testkauf mit echtem Geld oder echter Karte, der prüft, ob ein Zahlweg funktioniert und im Portal ankommt. Nach dem Einbau einer Box gehört beides dazu. Mehr dazu: Vendon vBox2 anschließen und in Betrieb nehmen.

VMC (Vending Machine Controller)

Die Steuerung des Automaten. Am MDB-Bus ist sie normalerweise der Chef, der die Zahlungsgeräte der Reihe nach abfragt. Mehr dazu: MDB, Pulse und Telemetrie – Grundlagen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • MDB regelt die Zahlung in Echtzeit, EVA-DTS ist die Zählerdatei (das Audit), DEX und DDCMP sind die Wege, auf denen sie ausgelesen wird.

  • Im Standardmodus hängen Abrechnung und Nachfüllung am Audit, im Master-Modus zählt die Box selbst.

  • Abrechnung und Nachfüllen müssen registriert werden, sonst stimmen Geld und Bestand im Portal nicht.

  • Stimmen Produkt oder Preis im Portal nicht, helfen Offset und Multiplikator.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MDB und EVA-DTS?

MDB ist der Datenbus, über den Steuerung und Zahlungsgeräte während des Verkaufs miteinander sprechen. EVA-DTS ist die Audit-Datei, in der der Automat seine Zähler für Verkäufe, Geld und Ereignisse festhält. Eine Telemetriebox kann beides nutzen: Sie liest am Bus mit und holt zusätzlich regelmäßig das Audit ab.

Brauche ich für Telemetrie immer eine eigene Box?

Nein. Viele Kartenterminals, etwa die Nayax-Geräte, bringen Mobilfunk und Telemetrie schon mit. Eine eigene Box wie die Vendon vBox2 oder die Televend Box lohnt sich vor allem bei Automaten ohne solches Terminal oder wenn du einen gemischten Park in einem Portal sehen willst.

Was bringt der Master-Modus?

Im Master-Modus zählt die Box Verkäufe, Geld und Nachfüllungen selbst und ist dafür nicht auf das tägliche Audit angewiesen. Im Standardmodus liest sie nur mit. Welcher Modus passt, hängt von Automat, Zahlungsgeräten und Lizenz ab.

Weiterführende Artikel