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Pfandpflicht bei Getränkeverpackungen

Pfandpflicht im Automatenverkauf – welche Verpackungen betroffen sind, wann du der DPG beitreten musst und wie du das Pfand korrekt ausweist.

Zuletzt aktualisiert am 22. September 2026

Verkaufst du Dosen oder Einweg-Kunststoffflaschen über deinen Getränkeautomaten, musst du das Einwegpfand von 0,25 € korrekt ausweisen – und je nach Bezugsweg am DPG-System teilnehmen. Dieser Artikel erklärt, welche Verpackungen pfandpflichtig sind, welche Pflichten dich als Betreiber treffen und wie du die Rückgabe organisierst.

Welche Verpackungen sind pfandpflichtig?

Pfandpflichtig sind Einweggetränkeverpackungen mit einem Füllvolumen von 0,1 bis 3 Litern. Was genau darunterfällt, hängt vom Material ab:

  • Getränkedosen und Einweg-Kunststoffflaschen: immer pfandpflichtig, egal welches Getränk drin ist – also auch Saft, Wein oder Milchgetränke.

  • Einweg-Glasflaschen: Hier entscheidet der Inhalt. Bier, Wasser und Erfrischungsgetränke tragen Pfand; Wein, Sekt, Spirituosen, Fruchtsäfte sowie Milch und Milchgetränke in Einweg-Glas sind pfandfrei.

Dazu gehören insbesondere:

  • Getränkedosen (Softdrinks, Energydrinks, Eiskaffee, Bier)

  • Einweg-Kunststoffflaschen (Wasser, Saft, Schorle, Eistee etc.)

  • Aluminium-Flaschen

Wichtig – seit dem 1. Januar 2024 gilt das auch für Milchgetränke: Milch, Milchmischgetränke (z. B. Kaffee-Milch-Getränke, Kakao) und trinkbare Milcherzeugnisse in Einwegkunststoffflaschen sind seither ebenfalls pfandpflichtig. Pfandfrei bleiben vor allem Getränkekartons (Tetra Pak u. ä.), Schlauch- und Standbodenbeutel – und die oben genannten Getränke in Einweg-Glas. Prüfe bei Milchkaffee-Produkten also genau die Verpackungsart – die alte Faustregel „Milch = pfandfrei" gilt nicht mehr.

Deine Pflichten als Automatenbetreiber

1. Teilnahme am DPG-System klären

Am bundesweiten Pfandsystem der DPG Deutsche Pfandsystem GmbH beteiligen muss sich der Hersteller – also wer die Getränke als Erster in Deutschland in Verkehr bringt. Das bist du nur, wenn du:

  • Getränke selbst abfüllst oder unter Eigenmarke abfüllen lässt,

  • Getränke selbst im Ausland einkaufst und nach Deutschland bringst, oder

  • Ware ohne gültige Pfandkennzeichnung erstmals in Deutschland in Verkehr bringst

Die Alternative für die meisten Betreiber: Kaufe bei deutschen Großhändlern oder Herstellern ein und verkaufe ausschließlich korrekt gekennzeichnete Ware weiter. Dann trägt der Hersteller die Systemverantwortung.

2. Nur korrekt gekennzeichnete Ware verkaufen

Pfandpflichtige Verpackungen muss der Hersteller dauerhaft und gut sichtbar als pfandpflichtig kennzeichnen – in der Praxis mit dem DPG-Pfandlogo. Die Pfandpflicht selbst hängt aber nicht am Logo, sondern an Verpackung, Füllmenge und Getränk. Fehlt das Logo auf einer Dose, die eigentlich pfandpflichtig ist, ist die Ware nicht korrekt im Pfandsystem – kauf sie nicht ein.

3. Pfand ausweisen und berechnen

Der Pfandbetrag von 0,25 € je Verpackung muss:

  • zusätzlich zum Produktpreis ausgewiesen werden – als eigener Betrag, nicht in einen Gesamtpreis eingerechnet (§ 7 Preisangabenverordnung, vom Bundesgerichtshof 2023 bestätigt); z. B. im Automaten-Display oder auf einem Preisaushang

  • deutlich erkennbar als „Pfand" benannt sein

  • bei der Rückgabe vollständig an den Kunden erstattet werden

Ein „EINWEG"-Schild neben der Ware, wie im Supermarkt, brauchst du am Automaten dagegen nicht: Verkaufsautomaten sind von dieser Hinweispflicht ausgenommen (§ 47 Abs. 5 VerpackDG).

Auch steuerlich läuft das Pfand gesondert – wie du es in deiner Buchführung behandelst, klärst du mit deinem Steuerberater (siehe Steuern und Buchführung).

Muss ich Leergut zurücknehmen?

Der Automat selbst muss kein Leergut annehmen. Für den Verkauf aus Automaten gibt es eine eigene Regel: Du musst geeignete Rückgabemöglichkeiten in zumutbarer Entfernung zum Automaten sicherstellen, bei denen Kunden ihr Leergut abgeben und das Pfand zurückbekommen (§ 46 Abs. 2 VerpackDG). Die Rücknahme ist auf die Materialarten beschränkt, die du selbst verkaufst – verkaufst du nur Dosen und Kunststoffflaschen, musst du kein Glas annehmen. Bei weniger als 200 m² Verkaufsfläche genügen zusätzlich die Marken aus deinem eigenen Sortiment.

Praktisch heißt das für dich als Automatenbetreiber: Organisiere eine Rücknahme mit Pfanderstattung am Standort – etwa beim Standortpartner (Kiosk, Betriebskantine, Pforte), der das Leergut annimmt und das Pfand auszahlt, oder einen betreuten Leergutbehälter mit Erstattungsweg; du holst das Leergut bei der Befülltour ab. Sich stillschweigend darauf zu verlassen, dass Kunden ihr Leergut im nächsten Supermarkt abgeben, oder eine Leergut-Tonne ohne Erstattung aufzustellen, erfüllt die Pflicht nicht. Halte die Absprache am besten schriftlich in deiner Aufstellvereinbarung fest; wie du dein Modell konkret rechtssicher aufsetzt, hängt vom Standort ab – im Zweifel hilft die IHK.

Häufige Fragen

Muss jeder Automatenbetreiber dem DPG-System beitreten?

Nein. Am Pfandsystem beteiligen muss sich nur der Hersteller – wer Getränke selbst abfüllt, selbst importiert oder Ware ohne gültige Pfandkennzeichnung erstmals in Deutschland in Verkehr bringt. Wer ausschließlich korrekt gekennzeichnete Ware aus der deutschen Lieferkette bezieht, muss nicht beitreten – bleibt aber am Automaten für die Pfandpflichten verantwortlich: Pfand erheben, getrennt ausweisen und die Rückgabe sicherstellen.

Wie hoch ist das Pfand und wie weise ich es aus?

0,25 € je Einwegverpackung. Der Betrag muss zusätzlich zum Produktpreis erkennbar als „Pfand" ausgewiesen werden, z. B. im Display des Automaten oder auf einem Preisaushang.

Muss ich an meinem Automaten Leergut zurücknehmen?

Nicht am Automaten selbst. Du musst aber eine geeignete Rückgabe mit Pfanderstattung in zumutbarer Entfernung zum Automaten sicherstellen – beschränkt auf die Materialarten und, bei kleinen Verkaufsstellen, die Marken, die du selbst verkaufst. Die bewährte Lösung ist eine Rücknahme beim Standortpartner, auf die ein Schild am Automaten hinweist.

Welche Getränke kann ich ohne Pfand verkaufen?

Getränke in Getränkekartons (z. B. Tetra Pak), Schlauch- und Standbodenbeuteln sowie Wein, Sekt, Spirituosen, Fruchtsaft und Milch in Einweg-Glasflaschen. Achtung: Dieselben Getränke in Dosen oder Kunststoffflaschen sind pfandpflichtig – seit 2024 auch Milch und Milchmischgetränke in Einwegkunststoffflaschen.

Brauche ich ein „EINWEG"-Schild am Automaten?

Nein. Die Pflicht, pfandpflichtige Einwegverpackungen mit einem „EINWEG"-Schild zu kennzeichnen, gilt nicht für Verkaufsautomaten (§ 47 Abs. 5 VerpackDG). Den Pfandbetrag musst du trotzdem getrennt ausweisen.

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